Bild: Oberholster Venita, Pixabay

Die Grünen schwankten vor Kurzem zwischen Harmonie- und Machtrausch. Ganz Deutschland staunte über die reibungslose Entscheidung zur Kanzlerkandidatur für Annalena Baerbock und gegen Robert Habeck. Ganz so reibungslos ging es hinter den Kulissen aber nicht zu, wie der folgende, heimlich mitgeschnittene Dialog beweist.

A: Robert! Rooooobert!

R: Ja, Annalena?

A: Wir müssen noch vereinbaren, wer von uns beiden Kanzlerin wird.

R: Oder Kanzler. Wir wollten da ganz ergebnisoffen rangehen, weißt du noch?

A:Natürlich! Und ich habe ganz ergebnisoffen entschieden: Ich mach´s!

R: Wie, ich mach´s? Das kannst du doch nicht einfach so bestimmen.

A: Habe ich aber. Ich habe einfach alles, was man braucht. Ich war auf der London School of Economics. Weißt du, wer noch auf der London School of Economics war?

R: Ulla von der Leyen.

A: Nein! Naja, die auch. Aber ich rede von Königen! Präsidenten! Staatsgründern! Mick Jagger! Und die künftige deutsche Bundeskanzlerin.

R: Annalena, beruhige dich. Der einzige deutsche Bundeskanzler, der dort je studiert hat, war Heinrich Brüning.

A: Brüning? Nie gehört! Kam der vor oder nach Kohl?

R: Ein bisschen früher. Er kam kurz vor Hitler.

A: Und jetzt komme ich: Annalena Viktualia Rollgardina Pfefferminza Ephraims Tochter Baerbock.

R: Dein Vater heißt Ephraim?

A: Darum geht’s nicht! Es geht darum, dass ich als junge Mutter mit zwei kleinen Kindern Kanzlerin kann.

R: Ja, mich auch.

A: Was?

R: Ich meine, ich habe immerhin auch vier Kinder.

A: Ja, als Mann. Das zählt nicht. Mein Mann gibt sogar seinen Beruf auf und widmet sich ganz den Kindern. Solltest du auch tun.

R: Er ist Politik- und PR-Berater, seine Frau will Kanzlerin werden. Nennst du das „den Beruf aufgeben“?

A: Er trägt seinen Teil bei zu einem höheren Ziel. So wie du auch. Mit deinem Verzicht machst du den Weg frei für eine neue Generation.

R: Verzicht? Aber ich habe doch gar nichts von Verzicht gesagt!

A: Brauchst du auch nicht. Das habe ich schon für dich getan. Die Nachricht ging vor einer Stunde an die Presse.

R: Was hast du?

A: Du brauchst dich nicht zu bedanken. Habe ich doch gern getan. Schließlich sind wir ein Team.

R: Annalena! Also das finde ich jetzt echt nicht in Ordnung. Du kannst doch nicht einfach für mich entscheiden.

A: Ja wer denn sonst? Hier geht´s ja nicht um Hühner, Schweine, Kühe melken.

R: Ich war Minister für Umwelt und Landwirtschaft!

A: Sag ich doch! Ich dagegen komme vom Völkerrecht. Vom Völ-ker-recht! Ich bin Master of international law.

R: Müsste es nicht „Mistress“ heißen? Gendergerecht?

A: Sehr witzig! Ich bringe einfach alles mit: Jung, Frau, Mutter und Master in Völkerrecht. Dazu noch aus Ostdeutschland.

R: Seit wann liegt Hannover in Ostdeutschland?

A: Ich bin die Nr. 1 der Grünen in Brandenburg.

R: Aber aus dem Westen. Wie nennt man das im Völkerrecht? Freiwillige Unterwerfung?

A: Das nennt man Emanzipation. Gleichstellung. Und ich bin eben gleicher als du. Das wäre also geklärt. Gleich ist Pressekonferenz. Du weißt, was du zu sagen hast?

R: Offenbar gar nichts.

A: Ich meine, was du sagen sollst.

R: Natürlich! Wir haben die Kandidatenfrage

A & R: Gemeinsam und harmonisch gelöst!


3 Kommentare

Kommissare in Käfighaltung : Die Blog-Partei · 3. August 2021 um 19:50

[…] aber Sie lassen sich 6 Jahre Zeit, um eventuell eine Übergangsphase zu beginnen? So alt werden Hühner aber leider nicht. Kein Schwein, kein Ochse, nicht einmal eine Kuh wird in der Landwirtschaft so […]

Vom wollen und können : Die Blog-Partei % Die Blog-Partei · 3. August 2021 um 19:41

[…] mehr Frauen in Führungspositionen. Manchmal auch mehr, als sie aufstellen können.So haben die Grünen in ihre Statuten geschrieben, dass die Nummer Eins ihrer Landeslisten immer eine Frau zu sein hat. […]

Schwarze Wahlversprechen : Die Blog-Partei · 21. Juni 2021 um 18:46

[…] wir nicht halten können“, verspricht er, ohne rot zu werden. Und überhaupt, das Programm der Grünen sei noch viel unfinanzierbarer. Sie kennen uns. Wir schaffen das. Irgendwie.Das Timing ist […]

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