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Zwischen Coronakrise, Flüchtlingskrise und North Stream-Krise vergisst man gar zu schnell, wie schön es doch ist, EU-Bürger zu sein. Dabei bringt die EU uns so viele Vorteile. Allein schon… äh… na da war doch was! Fragen wir besser einen Experten.

A: Herr B, Sie sind als deutscher Kommissar in der EU-Komission. Was bringt es eigentlich, EU-Bürger zu sein?

B: Man hat zum Beispiel die EU-Bürgerinitiative. Bürger können damit selbst Gesetze einbringen.

A: Toll, und was braucht man dafür?

B: Nichts weiter, nur 1 Million Unterschriften. Aber sie müssen aus mindestens 7 Ländern kommen.

A: 1 Million aus 7 Ländern, naja, die können ja mit der Zeit zusammenkommen.

B: Sie haben aber nur 12 Monate Zeit.

A: Wie viele solcher Bürgerinitiativen gab es denn schon?

B: Über 100. Aber nur 6 haben die eine Million in einem Jahr geschafft. Aktuell zum Beispiel eine Initiative für die Abschaffung der Käfighaltung. Die hat alle nötigen Unterschriften, jetzt muss die EU…

A: Handeln!

B: …sich dazu äußern.

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A: Ist das alles? Es reicht also, wenn Sie sagen „Wollen wir nicht“?

B: Aber wir wollen ja! Es soll sogar schon nächstes Jahr eine öffentliche Konsultation geben. Da werden dann erst Mal die möglichen Folgen abgeschätzt.

A: Die Folgen sind doch klar: Tiere werden weniger gequält!

B: Doch nicht die Folgen für Tiere. Für den Einzelhandel! Ohne Käfighaltung werden EU-Produkte teurer. Was bedeutet das für die Bauern? Und erst für den Einzelhandel? Aber wenn wir uns beeilen, können wir vielleicht schon bis Ende nächsten Jahres einen ersten Vorschlag machen.

A: Und ab wann würde der gelten?

B: Frühestens ab 2027. Aber das ist optimistisch geschätzt. Mehr wissen wir erst nach der Folgenabschätzung.

A: Also ab 2027 wären die Käfige dann verboten?

B: Aber nein! Dann beginnt die Übergangsphase.

A: Bürgerinitiativen haben ein Jahr Zeit für eine Million Unterstützer, aber Sie lassen sich 6 Jahre Zeit, um eventuell eine Übergangsphase zu beginnen? So alt werden Hühner aber leider nicht. Kein Schwein, kein Ochse, nicht einmal eine Kuh wird in der Landwirtschaft so alt. Das heißt, die Tiere, die von ihrer Regelung vielleicht einmal profitieren werden, sind bestenfalls die Ur-Urenkel der Tiere, die heute in Käfigen leben.

B: Da sage noch einer, wir denken nicht voraus.

A: Und wenn ihr tolles Gesetz am Ende gar nicht in Kraft tritt?

B; Ich bitte Sie, was interessiert mich das? Mir geht es doch auch nicht besser als den armen Tieren.

A: Wie bitte?

B; Ja, wir EU-Kommissare und Parlamentarier werden alle fünf Jahre neu gewählt. Dann ist für viele von uns Schluss. Da sind die Wähler oft gnadenlos. Aber mit meiner Erfahrung und meinen Verbindungen rechne ich mir danach gute Chancen aus auf eine leitende Position in der Wirtschaft – und ganz besonders im

A: Ich weiß schon: besonders im Einzelhandel.


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