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Lisa Fitz` Auftritt bei der Satire-Sendung „Spätschicht“ darf nicht mehr gezeigt werden. Nur weil sie darin behauptet, Corona-Impfstoffe hätten in der EU schon 5000 Menschen umgebracht. Na und? Das war schließlich Satire, und Satire darf alles. Also auch lügen.


Dass Satire alles darf, behauptete Kurt Tucholsky, also muss es stimmen. Wo sonst darf man auch ohne Ahnung seine Meinung sagen? Wo sonst darf noch jeder unverdrossen sagen, „Was ihm Wahrheit dünkt“ (Lessing) oder grad in den Kram passt?
Wo sonst?

Ganz klar:

Im Stadion!

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Hier gehört das Beleidigen des Gegners seit jeher zur Fan-Kultur. Wer erinnert sich nicht gern an das heimelige „Sssssssss“, das wie ausströmendes Gas klingen sollte, wann immer Spieler von Ajax Amsterdam den Platz betraten? (Der Club hat zum Teil jüdische Wurzeln).

Aus den Fan-Gesängen konnte man schon immer auf poetische Art viel über seine Mitmenschen erfahren. Prägnante Zweizeiler wie „Olaf Thon f…. seinen Sohn!“ oder „Ihr steht auf Schwänze und nicht auf Busen/ ihr seid die Fans von Bayer Leverkusen“ gaben uns tiefere Einblicke in die Vielfalt menschlichen Daseins als eine ganze Jahresausgabe von Bild oder Bunte.

Aber auch hier fallen inzwischen die letzten Bastionen. In Duisburg wurde ein Drittliga-Spiel abgebrochen wegen einer rassistischen Beleidigung. Nach diesem Maßstab hätte in den 80er Jahren nicht ein einziger kompletter Spieltag stattgefunden.

Natürlich hat das für die Vereine auch sein Gutes: So lassen sich drohende Niederlagen noch abwenden: Liegt die Mannschaft hoffnungslos zurück, braucht nur ein Fan laut „N….!“ zu brüllen – und das Spiel wird abgebrochen. Ein schönes Beispiel für die Macht des gesprochenen (Pardon: gebrüllten) Wortes.

Also liebe Lisa Fitz, lieber Xavier Naidoo und lieber Atilla Hiltmann: Es gibt noch Hoffnung! Selbst für euch! Und sei es nur als bezahlte Provokateure für Bayern München, Waldhof Mannheim oder Antalyaspor.

Dafür müssten allerdings erst einmal Fans im Stadion zugelassen werden. Die müssen aber zurzeit draußen bleiben – wegen dieser Pandemie, die es gar nicht gibt und an der trotzdem schon diverse Spieler erkrankt sind. Und die außerdem gar nicht so schlimm ist wie der Impfstoff gegen sie – an dem aber noch kein einziger Spieler erkrankt ist.


Es ist kompliziert!


Dabei ist der Fußball mit seinen Handspiel- und Abseitsregeln schon kompliziert genug. Darum gibt es ja den „Mann in schwarz“. Wer also ein Problem mit schwarzen Männern hat, ist beim Fußball grundsätzlich falsch.

Leider hat das Internet keinen Schiedsrichter. Deshalb wird dort laufend verbal gefoult.

Im Spiel gegen die Pandemie sieht es kaum besser aus:

  • keine klare Strategie,
  • viele falsche (Impf-)Pässe ,
  • Millionen Menschen im passiven Abseits.


Kein Wunder, wenn nach Weihnachten wieder ein Spielabbruch droht. Dabei ist Doping hier endlich einmal erlaubt. Wir könnten alle schon 3:0 vorn liegen. Denn eines will schließlich keiner:


Eine Verlängerung!


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