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Der Kaiser hatte doch Recht! „Das Automobil wird das Pferd nie ersetzen können.“, verkündete Wilhelm zwo schon zu Kaisers Zeiten. Heute, in der Zeit von Klimawandel, Massenstaus und CO² erkennen wir die Weisheit dieser Worte. Spät, aber nicht zu spät.

Denn die Corona – Krise ist, wie irgendwie alles im Leben, ja auch eine Chance. Die Chance, umzudenken. Darum sollten nicht etwa Gasthäuser, Kinos oder Fußballstadien schnellstens wieder den Betrieb aufnehmen, sondern

der Pferdesport!

Das zeugte von majestätischem Weitblick. Denn wohin werden die Vergnügungsuchenden, Sportbegeisterten, Wettsüchtigen und der ganze Rest, der nichts mit sich anfangen kann und es zuhause nicht mehr aushält, dann wohl gehen? Natürlich zur Pferderennbahn.

Und sie werden erleben, dass man dort genau so gut saufen, rumschreien und sein letztes Geld verzocken kann wie im Stadion und bei Fußballwetten.

Bald werden sich Fanclubs der großen Gestüte bilden. Jockeys, ja sogar Pferde werden nach dem Rennen im Fernsehen interviewt werden und genau so kluge Dinge äußern wie einst die Fußballer und Rennfahrer. Dass die Boxenluder in Zukunft vierbeinig sind, tut ihrer Attraktivität keinen Abbruch. Die Tiere werden in lange Decken gehüllt werden, um Platz für die Namen ihrer Sponsoren zu schaffen.

Wo sonst ist man auf der Straße so sicher vor der allseits drohenden Tröpfcheninfektion wie auf dem Rücken eines Pferdes? Da fliegt dem Reiter höchstens der schäumende Speichel des Tieres um die Beine.

Zugegeben, die Ausscheidungen eines Pferdes verschönern nicht grade das Stadtbild. Dafür sind sie als Dünger und sogar als Brennstoff brauchbar. Man stelle sich vor: Ein Auto, bei dem Benzin aus dem Auspuff kommt!

Das sollte Grund genug sein für ein Gedicht:

Ein Pferd

Ein Pferd ist kein Pferd, weil es fährt.

Vier Hufe sind noch kein Gefährt.

Es wär´ sonst kaum der Mühe wert,

Autos zu bauen, wo bewährt

aus alten Zeiten, oft verklärt,

der Mensch getragen wird vom Pferd,

das Öl und Diesel nie begehrt,

sich nur von Gras und Korn ernährt,

so auch das Klima nicht beschwert,

es sei denn, wenn ihm hinten was entfährt,

was aufsteigt und nicht fällt zur Erd`.

Dies Pferd,

das, von den Nüstern bis zum Steert

nackt, wie die Stute es gebährt,

sein Lebtag rumläuft, frisst und sich vermehrt.

auf Wegen, schlammig wie geteert,

sich um Moral und Sitte wenig schert

jedoch, solang´ s nicht eingesperrt

wird, stets zum Reiter wiederkehrt

ein solches Pferd, mein ich, das ist viel wert.


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