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Die neue Bundesregierung mit ihren neuen Ministern und MinisterInnen ist in ihrem ersten Jahr schon so erfolgreich, dass man sich fast die alte wieder zurück wünscht.
Nur zwei Minister sind geblieben: Boris Pistorius verteidigt, wenn schon nicht Deutschland, dann immerhin seinen Posten. Und Carsten Schneider kümmert sich um Umwelt, Klima und andere hoffnungslose Fälle.
Lisa Paus, die Ex-Familienministerin, leitet jetzt den Haushaltsaussschuss. Und fordert plötzlich keine Kindergrundsicherung mehr.
In demselben Ausschuss trifft sie auch Svenja Schulze wieder, die Ex-Entwicklungsministerin. Die hat auf einmal auch nichts mehr dagegen, wenn die Mittel für ihr altes Ressort weiter gekürzt werden.
Ex-Innenministerin Nancy Faeser wandelt sich von innen nach außen. Sie sitzt jetzt im auswärtigen Ausschuss. Der bietet immer Gelegenheit für „dienstliche“ Reisen durch die Welt. Ob sie da auch jedes Mal die Regenbogen-Armbinde trägt? Jedenfalls trifft sie in dem Ausschuss Hubertus Heil wieder. Der Ex-Arbeitsminister kann sich unterwegs von all der Arbeit erholen.
Volker Wissing, früher Verkehrsminister, sitzt jetzt im beratenden Beirat eines Beraterkonzerns, quasi als Berater-Berater. Zu diesem Konzern gehört auch die Firma „Joschka Fischer Consulting“. Wissing berät den Berater Fischer. Und beraten heißt, wie man weiß, be-trügen und ver-raten. Die Frage ist nur, wer von den beiden noch von wem lernen kann.
Christian Lindner schließlich steht nicht nur als Vater vor neuen Aufgaben. Er sitzt auch im Aktionärsrat der Personalvermittlung Stepstone. Die hat genau zwei Aktionäre, nämlich die Private Equity – Firma KRR und den Springer-Konzern. Heuschrecken und „Bild“-Macher: Ein passenderes Umfeld hätte Lindner nicht finden können.
Aber was macht eigentlich Olaf Scholz? Von ihm kommen schließlich die weisen Worte: „Das höchste Amt, in das man in Deutschland direkt gewählt werden kann, ist Abgeordneter im Bundestag.“ So gesehen, hat Scholz den Höhepunkt seiner Karriere erst jetzt erreicht. Und will auch anscheinend gar nicht mehr: Er hält keine Reden, sitzt in keinem Ausschuss, nur entspannt auf einer der hinteren Bänke im Parlament. Wäre er darauf doch nur schon früher gekommen.
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