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Ein Gastkommentar von Theo Bierbaum, Rentner und APO-Veteran


Dank Corona denkt zwar bei „Gesundheit“ jeder nur noch an Masken und Atemgeräte (oder ans Niesen), der Fortschritt in dem Sektor findet aber woanders statt: Bei e-health!

Die Daten von Kranken sollen in Zukunft vernetzt werden, so dass sie für beteiligte Ärzte frei zugänglich sind. Die bisherigen Versuche haben alle Erwartungen noch übertroffen: Plötzlich waren die Krankendaten für ALLE Internetnutzer frei zugänglich. Aber das schreckt manche Leute nicht ab.

Mein Nachbar Paul zum Beispiel ist zwar Rentner, aber technisch immer up to date. Der hat gleich selbst mit e-health angefangen. Sein Magen ist jetzt auf Facebook.Sein Hirn noch nicht. Andere fotografieren und „teilen“ ihr Essen, wenn es noch auf dem Teller ist. Paul ist da schon einen Schritt weiter. Ich möchte gar nicht wissen, wie der nächste Schritt aussieht.

Immerhin: e-health hat echte Vorteile. So kann bei Operationen ein Experte online zugeschaltet werden. Vielleicht sogar ein Arzt. Vielleicht auch ein Roboter. Aber das dauert wohl noch.

Da sitzt dann der Star-Chirurg zuhause in Stuttgart bequem auf dem Sofa, während er mir in Osnabrück den Blinddarm herausschneidet. Bei dem Gedanken krieg ich´s mit der Angst:

Vielleicht hat der Star-Chirurg ja kleine Kinder. Die gehen dann heimlich an Papas PC und schneiden mir auch noch die Milz raus.

Der Fortschritt ist einfach nicht aufzuhalten. Auch beim Autofahren nicht. Wir fahren in Zukunft alle autonom. Selbstfahrend.

Nein, nicht wir fahren selbst. Sondern die Autos.Wir sitzen nur am Steuer und tun gar nichts. Das macht alles der Bordcomputer. Warum? Das hat mir neulich ein Experte erklärt: Es geht um die KI. KI, das ist nicht der neue Audi, das steht für „Künstliche Intelligenz“.

Nein, nicht wir werden künstlich intelligent gemacht. Sondern die Autos. Die Fahrer bleiben in der Regel naturblöd. KI ist der neue Megatrend aus Silicon Valley. Da hat man die Computer Jahr für Jahr immer intelligenter gemacht. Bis sie so intelligent waren, dass sie für keine Arbeit mehr zu gebrauchen waren. Dann war die Frage: Was machen wir damit? Oder in der Sprache der Entwickler: Was ist die „Killeranwendung“ für KI?

Das bedeutet: Etwas, wofür man KI braucht, womit man aber zugleich Geld verdienen kann. So kamen sie auf das autonome Fahren. Für Autos gibt jeder Depp gern Geld aus und wenn er sie nicht selbst fahren muss, umso besser. Die ersten Versuche haben gleich gezeigt: Autonomes Fahren ist buchstäblich eine Killeranwendung. Die Technik funktioniert, nur ab und zu laufen Menschen über die Straße und dann…

Die meisten Menschen sind nun mal mit intelligenter Technik gar nicht kompatibel. Autonomes Fahren hat ja Vorteile, besonders für alte Menschen, die das mit Fahren nicht mehr so richtig hinkriegen, auf ihr Auto aber nicht verzichten wollen oder können. Nur sind grade alte Menschen die letzten, die freiwillig in ein vom Computer gesteuertes autonomes Fahrzeug einsteigen würden.

Wer sonst braucht autonomes Fahren? Ganz einfach: Säufer, Kiffer, Raser, Führerscheindurchfaller,… -kurz: Menschen wie du und ich.

Es gibt aber nicht nur intelligente Autos, sondern auch intelligente Textilien. Und da bin ich raus! Wer will schon, dass in der Unterhose mehr Grips steckt als im Kopf? Gerade bei uns Männern ist das Verhältnis ja schon von Natur aus etwa 1:1.

Aber wenn du in deine Lieblingshose nicht mehr hinein passt und dir sagst „Oh, die Hose ist eingelaufen.“ Und die Hose antwortet „Nein, du bist zu fett!“
Dann verflucht so mancher die moderne Technik.



Erlebe Theo in Aktion: Elektrische Ärzte und autonome Autos – YouTube Kleiner Comedy-Slam – YouTube


3 Kommentare

ReginaL · 10. Juli 2020 um 3:28

Super, der Wahnsinn wird gut auf den Punkt gebracht!

Der sprachliche Eigen-Tor : Die Blog-Partei · 23. Januar 2022 um 19:59

[…] ein Gouvernierender.Mit Stieren kämpft ein Matadierenderund Hitler, der war ein Diktierender.Das Auto treibt ein Ottomotierenderdie Webseite ein […]

Polizeilicher Abzählreim : Die Blog-Partei · 30. April 2021 um 18:24

[…] und Genossen,autonome Zellen,Hippies und Rebellen,alle Demonstrantenund ihre Verwandten,Namen, Daten, Faktenstehn in unseren […]

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