Neue Regeln im Gottesdienst

Die Kirchen haben ja manchmal ihre eigenen Regeln. So auch für den Gottesdienst zu Corona-Zeiten.

Man soll zum Beispiel in der Kirche nicht mehr oder nur leise singen. Ich wette, 99% der Kirchgänger denken jetzt „Wieso nur noch leise singen? Geht das auch anders?“

Die Evangelen empfehlen dringend einen Mund-und Nase-Schutz im Gottesdienst. Wie soll das gehen beim Abendmahl? Ich hab mal versucht, mit Maske Rotwein zu trinken – eine Riesensauerei!

Überhaut Abendmahl: Das war ja ein Jahrhunderte langer Kampf, als die Evangelen das Abendmahl für alle eingeführt haben. Für Luther war das eine Revolution: Ein Kelch für alle! Heute sagen wir: Igitt, wie unhygienisch!

Die Oblate soll den Gläubigen mit der Zange in den Mund gesteckt werden. Für Katholiken ist sie ja der Leib Christi. Und den dürfen sie in Zukunft nur noch mit der Zange anfassen. Für die meisten Kirchgänger ist das nichts neues, im Altenheim werden sie auch gefüttert.

Dann ging es darum, die Laufwege in der Kirche zu Einbahnstraßen zu machen, damit man sich nicht begegnet. Und vorne vor den Bankreihen steht der Küster mit Kelle und Trillerpfeife und regelt den Verkehr!

Lernen vom Fußballgott

Da können die Pastoren sich gleich ein Beispiel nehmen an der anderen großen Weltreligion: Dem Fußball. Denn wie steht es geschrieben bei unserem großen Propheten Jogi Löw:

„Es geht jetscht in erschter Linie darum, die Laufwege zu obdimieren, um verdigal zwischen die Linien zu kommen und über rechts wie über lings Schangsen zu ermöglichen.

In Ewischgeit Amen!“

Der Rufer in der Innenstadt-Wüste

Die Moslems mussten ja auch mit Corona Ramadan feiern – beziehungsweise feiern durften sie ihn eben nicht, Dank Corona. So fiel ausgerechnet der schönste Teil am Fasten weg, nämlich das hinterher-sich-gemeinsam-den-Bauch-vollschlagen.

In Osnabrück durften sie zumindest per Sondergenehmigung einmal täglich den Gebetsruf durch die Stadt erschallen lassen. Wovon aber bis auf den Oberbürgermeister offenbar keiner etwas wusste. Nicht einmal den Stadtrat hatte der vorher informiert. Hoffen wir, dass der erste Gebetsruf wenigstens laut genug war, um den OB aufzuwecken.

Verschwörungstheorie und -praxis

Schwierig wird’s, wenn Glaube auf „Tatsachen“ trifft. „Tatsache“ ist für eine Gruppe von Bischöfen, Kardinälen und anderen Glaubensverkündern, dass wegen Corona Grundrechte wie freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit „unverhältnismäßig und ungerechtfertigt“ eingeschränkt wurden.

Dabei geht es ihnen natürlich nur um das Recht, frei in die Kirche zu gehen und die Meinung „Großer Gott wir loben dich“ zu äußern. Denn darüber dürften nur „die Hirten der Kirche“ entscheiden. Da können wir kleinen Schafe noch so oft unsere Leithammel wählen, wenn die Hirten in ihrer Weisheit sprechen, haben Staat und Politik nichts zu blöken.

So warnen die Hirten vor „supranationalen Einheiten mit sehr starken wirtschaftlichen Interessen“ und „Kräften, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen“. Denn die wollen „Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen“ durchsetzen.

Und das Schlimmste: Sie haben Recht!
Es gibt sie tatsächlich, diese supranationale Einheit. Und ja, diese Kräfte wollen dem Volk Angst machen, um seine Freiheit zu begrenzen und die Menschen zu kontrollieren. Das tun sie schon seit 2000 Jahren.

Man nennt sie Kirche!


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2 Kommentare

Corona nostalgia : Die Blog-Partei · 1. Januar 2021 um 19:58

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Corona Cantata : Die Blog-Partei · 1. Januar 2021 um 19:34

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