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Frachtschifffahrt ist Not. Vor allem ist sie not-wendig. Schließlich steht Weihnachten vor der Tür. Das tun viele viele Geschenke auch – aber nicht vor unserer.


Ein Schiff wird kommen – aber wann? Und warum nur eins?

Schuld daran ist wieder ein Mal Corona. Sobald das Virus in China auftaucht, macht die Regierung die Häfen dicht. Und weil es in China so schön billig ist und weil deshalb alles aus China kommt, heißt das im Welthandel: Nichts geht mehr!

Ware aus China wird immer billiger, ihr Transport immer teurer. Das geht so weit, dass viele Frachtcontainer heute schon teurer sind als das, was drin ist. Das ist, als würden Sie eine Bank überfallen und zum Kassierer sagen „Behalt´ dein Geld! Ich will nur den Tresor!“

Trotzdem wird immer mehr importiert, weil immer mehr online gekauft wird. Das war schon einmal anders. Vor 10-12 Jahren lief es noch umgekehrt.
Damals hieß es: „Waren gibt es nicht. Alles wird Dienstleistung. Du kaufst kein Sofa! Sondern die Dienstleistung, darauf sitzen zu können.“

Zu Corona-Zeiten verzichtet man eher auf diese Dienstleistung, wenn da schon ein anderer sitzt. Kino und Restaurants geschlossen, wer zum Friseur geht, gilt schon als mutig. Echte Dienstleistung gibt es höchstens noch im Bordell – und auch da nur mit Maske und 1,50 Meter Abstand.

Heute heißt es: „Du kaufst kein Sofa! Sondern eine ganze Sitzgarnitur mit 3er-Couch, 2er-Couch, Sessel, Schaukelstuhl, Ausziehbett und Beistelltisch. Scheißegal, ob du allein wohnst!“

Hauptsache du kaufst!

Was soll man auch sonst machen, wenn man den ganzen Tag zuhause sitzt. Gerade jetzt, an den langen, dunklen Tagen vor Weihnachten. Zur Not wartest du einfach bis zum nächsten Weihnachten und schenkst irgendwem den ganzen Krempel. Weihnachtsgeschäft ist schließlich knallhartes Business. Da zählen Lieferketten statt Lichterketten!

Schon deshalb wächst die Menge der Frachtcontainer jährlich um 20%. Auch das war schon einmal anders. Vor 10-12 Jahren, in der Finanzkrise, war die Frachtschifffahrt tot. Es gab ein riiiiesiges Überangebot an Frachtcontainern. So schnell konnten die Reeder ihre Schiffe gar nicht verschrotten, wie diese im Wert sanken.

Wegen der enormen Transportpreise sollen ein paar ganz verrückte Hersteller schon auf die irre Idee gekommen sein, wieder in Europa zu produzieren. Es geht also aufwärts mit der Frachtschifffahrt …

WENN nicht wieder irgendwo ein Virus ausbricht.
Ob in China ein Sack Reis umfällt, interessiert zwar immer noch niemanden,

ABER wenn in China ein Hafenarbeiter hustet…

dann ruft die ganze Weltwirtschaft wie ein Mann:


„Gesundheit!“


1 Kommentar

Scholzomat 2.0 : Die Blog-Partei · 12. Februar 2022 um 17:12

[…] wartet ja selbst auf sein Update Vize–>Kanzler. Aber das liegt wahrscheinlich in irgendeinem Container in einem Hafen in China. Und ohne Update ist er eben noch kein richtiger Leiter. Nur ein […]

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