Mörder, Macht und Männecken

Hauptrollen:

Kommissar K: Über 50, Geschieden, Kettenraucher

Assistentin A: Ende 20, Traumfigur und Migrationshintergrund

Polizist P: Macht hier nur seine Arbeit

Szene 1

A erscheint zu spät am Tatort und brummt:

K: Was haben wir?
P: Äh, Dienstag?
K: Nein!
P: Winter?
K: Nein!
P: Mittagspause?
K: Nein! Wer die Leichen sind!
P: Zwei Personen, beide schwer verstümmelt. Eine heißt Aus, Vorname Verbrenner. Sie weißt mehrere Durchschusslöcher auf, jedes davon so groß, dass ein LKW hindurchpasst. Die andere heißt mit Vornamen Lieferketten, mit Nachnamen Verordnung.

Szene 2

A kommt dazu und mischt sich besserwisserisch ein:

A: Von der habe ich gehört! Sie soll ziemlich weitgehend gewesen sein.
P: Weit gehen wird sie jetzt aber nicht mehr, dafür fehlen ihr die Beine.
A: Sie sollte sogar mal Täter haftbar machen.
P: Verhaften wird sie auch niemanden, denn sie hat auch keine Hände mehr.
A: Das ist ja furchtbar. Wer macht denn so was?
K: Gute Frage. Wer hätte denn ein Motiv für die Tat?
P: Naja, vor allem Lobbyisten.
K: Dann hätten wir den Täterkreis ja schon einmal eingeschränkt. Von denen gibt es in Brüssel ja nur 25.000.

Szene 3

Im Büro von K

A: (liest aus den Akten) Der Hauptverdächtige ist ein gewisser Manfred C.S.U. Weber, er gilt als Pate der größten Parteienfamilie hier.
K: Der Mann ist uns bekannt. Seine Adresse ist Vor der Brandmauer 1. Ebenfalls verdächtig ist eine gewisse Frau LePen, wohnhaft Hinter der Brandmauer 1.
A: Vor der Brandmauer, hinter der Brandmauer… könnte es vielleicht sein, dass die beiden bei dieser Tat zusammen…
K&P: NEIN!!!
A: (kleinlaut) Okay.
P: Weber hat unter Eid ausgesagt, dass es keine aktive Zusammenarbeit zwischen seiner Organisation und der von Frau LePen gab oder gibt.
K: Und wir wissen alle: Paten lügen nicht!
A: Laut der Pathologie sieht es so aus, als wären die Leichen von beiden Seiten durchlöchert worden. Einer schoss von vorn, einer von hinten.
K: Dann wäre es keine Zusammenarbeit. Nur ganz normaler Doppelmord.
A: Es gab also keine Zusammenarbeit, weil es gar keine braucht. Weil beide Seiten sowieso dasselbe wollten.

A&K&P: Was für ein Zufall!!!


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